Skulpturengarten am Bodensee

Es ist ein Panorama der Moderne, das sich hier am Bodensee bietet und das sich über die Ausstellungsräume im Innern des Würth Haus im Skulpturengarten zum See hin fortsetzt. Denn dort erwartet den Besucher und Spaziergänger ein Jardin extraordinaire, der durch die charmanten, zum Teil bespielbaren Mosaik-Skulpturen wie der „Bär“ oder "Large Bull Totem" von Niki de Saint Phalle zum Leben erweckt wird.

Hinweis: In den Wintermonaten (November - März) befinden sich einige Figuren in einem Schutzkasten, um sie vor Schäden aufgrund der kalten Witterung zu schützen.

Skulpturengarten Skulpturengarten

Niki de Saint Phalle, Large Bull Totem, 2000, Farbe, Harz, Muscheln, Glas, Steine, Polyurethan, Stahl, 417 x 188 x 140 cm, Sammlung Würth, Inv. 13796, Fotograf: Damian Imhof, Speicher

Skulpturengarten Skulpturengarten

Niki de Saint Phalle, Der Bär, 1997/98, Eisen, Polyester, Glas- und Keramikplatten, 285 x 270 x 240 cm, Sammlung Würth, Inv. 10719

Horst Antes: Vier Figuren

Seit Oktober 2014 ist die Skulptur "Vier Figuren" (1989-1991) von Horst Antes (*1936) im Skulpturengarten zu sehen.

Die Carl Später GmbH in Duisburg gab diese Skulptur in Auftrag. Sie wurde aus wetterfestem Stahl (Corten B) gefertigt - ein Material, welches beim Einsatz im Freien selbstständig eine Deckschicht entwickelt, eine "gezielte Rosthaut". Sinnbildlich steht sie für die Menschen, die mit diesem technischen Werkstoff Stahl leben, arbeiten und in besonderer Weise verbunden sind.

(Quelle: Carl Später GmbH, Duisburg)

Skulpturengarten Skulpturengarten

Horst Antes, Vier Figuren, 1989-1991, Stahl, 4 Figuren und 2 Sockelteile, Sammlung Würth, Inv. 11500, Fotograf: Damian Imhof, Speicher

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Alfred Haberpointner, Gewichtung, 2007, Bronze, 510 x 270 x 250 cm, Sammlung Würth, Inv. 10805, Fotograf: Alfred Haberpointner, Salzburg

Alfred Haberpointner: Gewichtung

Seit 26. Februar 2015 ist die Skulptur "Gewichtung" von Alfred Haberpointner (*1966 in Ebenau bei Salzburg geboren, lebt und arbeitet in Leonding bei Linz und Ebenau) Teil des Skulpturengartens.

An der Hochschule für industrielle und künstlerische Gestaltung in Linz 1986 beginnt Alfred Haberpointner im Alter von 20 Jahren mit der Auflösung von “naturalistischen” Arbeitsweisen. Seither ist es eine intensive Phase der Auseinandersetzung mit abstrakten, konstruktivistischen und geometrischen Formgestaltungen. Dabei zeigen seine Skulpturen jedoch keine strengen geometrischen Formen, sondern erinnern in ihrer Formgebung an organische Gebilde.

Anfang der neunziger Jahre entstanden die ersten Werkserien, in vielem auch noch Studien, die sich mit “Proportionierung” und “Gewichtung” beschäftigten; eine starke formale Recherchephase von Gestaltungen. Proportionalisierungen, Flächenteilungen und asymmetrische Rhythmisierungen wurden für eine erste Werkphase kennzeichnend, die auch stark durch die Auseinandersetzung mit den Werken von Paul Klee, Piet Mondrian, Wassily Kandinsky, Pablo Picasso und in der Folge von Antoni Tàpies, Eduardo Chillida, Cy Twombly, Robert Motherwell und der Art Brut geprägt ist.
Der Künstler erkundet bei seiner Werkphase „Gewichtung“ das Tragen und Lasten. Es zeigt einen voluminösen, eiförmigen Körper, der auf drei dünnen Stelzenbeinchen balanciert. „Gewichtung“ ist dabei ein Beispiel dafür, wie stark statische Verhältnisse bis an die Grenze des Machbaren ausgereizt werden können.
Das Material Holz und holzähnliche Materialien sind jedoch die bestimmenden (autobiografischen) Wegmarken seiner Arbeiten. Sie waren Teil seiner Kindheit auf dem Land – durch die berufliche Situation seiner Eltern und Großeltern, die ein Sägewerk betrieben, und durch seine ersten beruflichen Ausbildungsschritte (Fachschule für Holzbildhauerei in Hallein bei Salzburg) gab es eine permanente und intensive Erfahrung mit dem Material Holz.

Quellen:

  • Alfred Haberpointner – Konkrete Verwandlungen, Text: Carl Aigner, Ausst. Kat. Museum Würth Künzelsau, Swiridoff Verlag, Karlsruhe 2004
  • http://www.blickachsen.de